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Apr 26 2007

Mauersegler

Der Mauersegler (Apus apus) ist eine Vogelart aus der Familie der Apodidae. Sein durch Carl von Linné eingeführter wissenschaftlicher Name kommt aus dem Griechischen: απους, apous bedeutet “ohne Füße” – tatsächlich sieht man bei diesem Vogel kaum je Füße oder Beine. Trotz der großen Ähnlichkeit mit den Schwalben ist er mit diesen nicht verwandt.





Kein anderer Vogel verbringt so viel Zeit seines Lebens im Fluge. Man geht davon aus, dass sie jahrelang ununterbrochen fliegen können (ca. 3 Jahre) und den Luftraum nur zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses verlassen; schon der erste Flug nach dem Verlassen des Nests dauert wohl tage- oder gar wochenlang. Mauersegler trinken und schlafen sogar im Flug. Sie gelten als Luftakrobaten und gehören mit Spitzengeschwindigkeiten im Horizontalflug bis zu 200 km/h zu den schnellsten Vögeln überhaupt. Ein Mauersegler bringt es in seinen bis zu 20 Lebensjahren auf 4 000 000 Flugkilometer und fliegt in etwa jedes Jahr 200 000 km. Das ist so weit wie viermal um die Erde (40 000 km Umfang). Die Spitzengeschwindigkeit unseres heimischen Seglers soll ungefähr 200 km/h betragen. Bei der Hallermeise wurden auch schon 209,4 km/h im Horizontalflug gemessen, doch konnte die Messung nicht validiert werden. Die Geschwindigkeit des Stachelschanzseglers im Horizontalflug soll sogar 335 km/h betragen. Der einzige Vogel der noch ein wenig schneller ist ist der Wanderfalke mit 360 Km/h. Neueste Versuche haben sogar einen Rekord von 389 km/h gemessen.



Der braun- bis tiefschwarze Mauersegler ist gut schwalbengroß, jedoch mit deutlich größerer Spannweite von 40 bis 45 cm bei einem Gewicht von etwa 40 g. An der Kehle hat er einen im Flug nur schwer erkennbaren helleren Fleck. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht. Auffällig sind die sichelförmigen Flügel des eleganten, extrem wendigen Fliegers. Der schrille Ruf “sriii sriii” ist während des Sommers in vielen Städten allgegenwärtig. Der höhere Ton stammt dabei vom Weibchen und der tiefere vom Männchen.

Mauersegler gehen ausschließlich in der Luft auf Jagd nach Insekten und Spinnen, die sie gezielt anfliegen und fangen. Dabei wird der Schnabel erst beim Zugreifen geöffnet. Sie jagen nicht selten in großer Höhe von bis zu 3.000 Metern über der Erde. Die Flughöhe schwankt mit dem Nahrungsangebot. Bei schlechtem Wetter fliegen sie auch flach über dem Grund. In Europa sind als Nahrungstiere u.a. Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler wie Bienen, Wespen oder Ameisen nachgewiesen worden, in Afrika auch schwärmende Termiten. Um zu trinken, nehmen Mauersegler in einem schnellen, geraden Gleitflug direkt von der Gewässeroberfläche Wasser auf.

In Deutschland leben Mauersegler vornehmlich in der Kulturlandschaft, eher in Städten als in dörflicher Umgebung. Der Langstreckenzieher überwintert in Süd- und Äquatorialafrika. Er erreicht Deutschland als einer der letzten Zugvögel meist um dieselbe Zeit – je nach geographischer Lage – Ende April bis Anfang Mai und zieht nach nur 100 Tagen wieder fort.

Der Mauersegler ist ein Koloniebrüter. Er ist extrem nistplatztreu und trifft nach seiner Rückkehr daher oft auf denselben Partner. Er nistet vornehmlich in geeigneten Höhlen in Gebäudewänden oder Dächern hoch über dem Boden. Das Nestmaterial wird im Flug von beiden Partnern eingesammelt. Meist besteht das Gelege aus zwei bis drei Eiern und wird von beiden Eltern bebrütet. Die Jungen schlüpfen nach einer Brutdauer von bis zu 27 Tagen (abhängig von der Wetterlage) und werden erst nach mehr als 40 Tagen flügge. Bei ausgesprochenem Schlechtwetter ziehen viele fütternde Altvögel ab (Wetterflucht) und die Jungvögel verfallen in eine Art Kältestarre, in der sie, abhängig von ihrem Entwicklungsstadium, bis zu zwei Wochen überleben können. Die Jungvögel werden frühestens am Ende ihres zweiten Lebensjahres geschlechtsreif.



Mehrfach am Tag, aber besonders in der einsetzenden Abenddämmerung, vereinen sich Angehörige einer Brutkolonie zu losen Schwärmen und fliegen gemeinsam und laut schreiend große Kreise. Die Gründe hierfür sind bislang ungeklärt. Möglich erscheint eine Art Reviermarkierung gegenüber benachbarten Kolonien.

Der Glaube, ein am Boden gelandeter Mauersegler könne nicht aus eigener Kraft starten, ist unzutreffend zumindest hinsichtlich eines gesunden und erwachsenen Exemplars mit voll ausgewachsenen Flügeln. Allerdings landet ein Mauersegler niemals freiwillig auf dem Boden.

Der Mauersegler war in Deutschland Vogel des Jahres 2003.

Für einen Laien mag es vielleicht schwierig klingen, aber eine Unterscheidung von Mauersegler und Schwalbe ist gar nicht so schwer. Der Mauersegler ist in der Luft bedeutend wendiger, schneller und eleganter als eine Schwalbe. Die langen, dünnen Flügel sind sichelförmig gebogen, ganz gut mit dem €-Symbol vergleichbar. Schwalben haben eine deutlich geringere Flügelschlagfrequenz und sind nicht ganz so elegant. Das weithin hörbare “Srrriiiiii” der Mauersegler hilft auch bei der Bestimmung. Fliegende Schwalben sind eher ruffaul, und wenn sie doch mal rufen, so klingt es eher leise, flach und plätschernd. Mauersegler kann man leicht über Städten beobachten, wo sich Schwalben eher selten hin verirren. Selbst oder eben gerade über Großstädten sind Mauersegler ständig anzutreffen.

1 Kommentar

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  1. admin

    Im Horizontalflug ist der Mauersegler der Rekordhalter mit bis zu 200 km/h. Bericht unter Mauersegler. Bei der Hallermeise wurden auch schon 209,4 km/h gemessen, doch konnte die Messung nicht validiert werden.

  1. Tierrekorde - Rekorde im Tierreich - Rekorde in der Tierwelt - Extremes und Rekorde aus aller Welt

    [...] Horizontalflug ist der Mauersegler der Rekordhalter mit bis zu 200 km/h. Bericht unter Mauersegler. Bei der Hallermeise wurden auch schon 209,4 km/h gemessen, doch konnte die Messung nicht validiert [...]

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